Leserbrief von Stadträtin Christel Unger

Veröffentlicht am 03.08.2022 in Aktuelles

Zum Artikel in der WKZ vom 2. August 2022
Gesamtmetall-Präsident hält Rente mit 70 für unausweichlich

Erst einmal vielen Dank für den ausgewogenen Artikel, und dass neben dem Gesamtmetall-Präsident auch wichtige andere Gruppierungen zu Wort gekommen sind. Dem Gesamtmetall-Präsident Herrn Wolf würde ich gene folgendes dazu sagen:

1. Seine Mitglieder sollten dann auch bereit sein, ältere Menschen (50+) neu einzustellen - wird ja ungern gemacht, denn leider wird man, wenn man älter wird auch häufiger krank  - gilt gemeinhin als weniger flexibel bei den Entscheidungsträgern und kennt seine Rechte (neben seinen Pflichten) zu gut…

2. Vom Schreibtisch aus, kann man das gerne so fordern. Fragt sich nur, wie das mit Berufen vereinbar ist, welche auch schwere andere Arbeiten ausführen müssen. Viele wurden ja schon im Artikel genannt, irgendwie „schön" sich vorzustellen, dem Kaminkehrer und Handwerker die schweren Taschen oder Gehhilfen zu tragen während er arbeitet.

 

In Wahrheit fordert Herr Wolf doch eine aktive Rentenkürzung - nichts anderes ist das. Denn jetzt schon wird im höheren Lebensalter mehr Teilzeit gearbeitet, weil es gar nicht mehr anders geht (die Wochenarbeitszeit will der gute Mann ja auch erhöhen). 

Es macht keinen Sinn mit Maximalforderungen, die nur die Gruppe der angestellt Tätigen einseitig belastet,  in solche wichtigen gesamtgesellschaftlichen Interessensverhandlungen zu gehen. Sonst fordere ich mal die kürzere Wochenarbeitszeit und das Eintrittsalter auf 60 abzusenken und dafür die Unternehmenssteuern und Erbschaftssteuern der Firmeneigentümer (die praktisch nicht mehr existiert) wieder einzuführen. Wohin kommen wir dann? Genau -  wir kommen nirgendwo hin.

Den Vorschlag, endlich dieses gesamtgesellschaftliche Problem auf ALLE Schultern zu legen, finde ich gut - und muss als überzeugte Sozialdemokratin sagen: Leistung muss sich trotzdem lohnen! Automatisch bedeutet das: Wer mehr einzahlt, muss mehr bekommen. Insbesondere dann wenn es keine Bemessungsgrenze mehr geben sollte.

Am Ende laufen wir in ein viel größeres Problem hinein - in dem wir jetzt schon mitten drin sind: Uns gehen die Fachkräfte aus, welche die bald in Rente gehenden Babyboomer ersetzen können und sollen. Liegt darin vielleicht der wahre Grund für die Forderung von Herrn Wolf, welcher offensichtlich diese Entwicklung verschlafen hat und plötzlich international um Fachkräfte wirbt?

 

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