Fragt man die Menschen, welche Themen sie in diesen Zeiten besonders bewegen, dann hört man immer wieder, die zunehmenden Radikalisierungen auf ganz unterschiedlichen Ebenen seien ein großes Problem. Das macht nachdenklich und zwingt zur Reflexion. Tatsächlich habe auch ich den Eindruck, dass die Auseinandersetzungen im täglichen Miteinander oft an Schärfe zugenommen haben. Dabei sehe ich oft weniger ein inhaltliches Problem. Vielmehr verhindert das überhöhte Wichtignehmen der eigenen Person oft den Blick auf das Wesentliche, auf eine Orientierung in die Zukunft. Ist nicht ein am Wohl aller orientierter Wertemaßstab vonnöten, um vernünftige und kluge Entscheidungen zu treffen? Ist es nicht ein allgemein gültiges Prinzip, das Gemeinwohl vor das Selbstwohl zu stellen in der Erkenntnis, dass es dem Einzelnen nur dann gut geht, wenn es auch der Gemeinschaft gut geht?
Kann man vor diesem Hintergrund einer Erhöhung der Kindergartengebühren für untere Einkommensschichten zustimmen, zumal Bürger, die sich diesen unteren Einkommensschichten zurechnen, nicht mehr in der Lage sind, sich von ihrem Einkommen etwas zu ersparen?
Wie wollen wir vor diesem Hintergrund mit den hier untergebrachten Flüchtlingen umgehen? Welche Einstellungen haben wir gegenüber den Menschen, die aus Not aus ihrem Heimatland fliehen mussten? Und welche Einstellungen haben die Menschen gegenüber dem Land, das sie aufgenommen hat?
Insbesondere diesen Dialog wollen wir wieder aufnehmen und mit Bürgern diskutieren, die entsprechende Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit gemacht haben. Einladen wollen wir Sie gerne am 29.06.2016 um 19.30 Uhr ins Kulturhaus Schwanen. Im Großen Saal diskutieren wir „Wege zur Integration – wie geht es weiter in der Flüchtlingsarbeit?“ Ich wünsche allen und auf allen Seiten mehr Gelassenheit und Respekt vor Andersdenkenden.