SPD Waiblingen

Festabend 125 Jahre SPD-Ortsverein Waiblingen - Festrede von Dr. Erhard Eppler

Veröffentlicht am 11.12.2013 in Pressemitteilungen

Dr. Erhard Eppler bei seiner Festrede im Bürgerzentrum

Mit einem großen Jubiläumsabend im Bürgerzentrum hat die Waiblinger SPD am 7. Dezember 2013 ihr 125jähriges Bestehen gefeiert. Als Festredner konnte Erhard Eppler, der Grandseigneur der Baden-Württembergischen SPD, gewonnen werden. „Die Geschichte der SPD ist kein Heldenepos – denn das gibt es nur in der Literatur. Sie gehört aber zum Vorzeigbarsten, was die deutsche Geschichte in den vergangenen 150 Jahren vorzuweisen hat.“ Mit diesen Worten fasste Erhard Eppler Rede zusammen. Zuvor hatte er sich ins Goldene Buch der Stadt Waiblingen eingetragen. Beiläufig wies er auf den historischen Zufall hin, dass er am Gründungsdatum der Waiblinger SPD, dem 9. Dezember, selbst Geburtstag habe.

Über Personen urteilten die Menschen nachsichtiger, wenn sie älter würden, stellte Eppler fest. Bei Parteien sei es umgekehrt. Je älter eine Partei werde, desto mehr kritische Fragen müsse sie sich über ihre Vergangenheit gefallen lassen. Allerdings zeichneten sich ältere Parteien durch eine reifere Streitkultur aus. Einen persönlich so verletzenden Umgang, wie er in jungen Parteien manchmal zu beobachten ist, habe er in der SPD nie erlebt.

Eppler schlug einen Bogen vom Gründungsjahr der Waiblinger SPD zur Deutschen Geschichte 1888 war das „Dreikaiserjahr“. Der junge Kaiser Wilhelm II. wollte Deutschlands vermeintliche Benachteiligung beenden und schuf mit seiner Militarisierung eine der Ursachen für die Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Auch die SPD habe Fehler gemacht, habe während ihrer Geschichte aber immer an zwei Grundüberzeugungen festgehalten: Der Demokratischen, dass alle Menschen an der Politik beteiligt werden müssen. Und der Sozialen, dass alle Menschen am gesellschaftlichen Reichtum beteiligt werden müssen.

Eppler erzählte, wie er zu Beginn der 70er Jahre mit Rückendeckung Willy Brandts den ökologischen Gedanken in die SPD tragen wollte und die Gründung der Grünen dennoch nicht verhindern konnte. Die SPD werde immer als die politischste Partei wahrgenommen und leide derzeit unter der entpolitisierten Stimmung in Berlin. Je mehr die Menschen über Politik diskutierten, desto besser seien stets die Wahlergebnisse der SPD gewesen.

Am Ende seiner Rede sprach sich Eppler für die Zustimmung der Mitglieder zur Großen Koalition aus. Er gab zu, auch nicht alle Formulierungen verstanden zu haben, gab aber zu bedenken, dass man im Koalitionsvertrag als Verlierer der Wahl recht viel durchsetzen konnte. Außerdem erinnert er an die Erfolge in der Großen Koalition Ende der 60iger-Jahre, der er als Minister angehörte.

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