Klaus Riedel„Nichts ist so wie vorher.“ Diesen Satz hört man seit der Atomkatastrophe in Japan aus allen politischen Lagern. Die Frage ist jedoch: „Wie war es denn vorher?“ Waren uns die Gefahren der Atomenergie nicht schon vorher bekannt? Haben wir sie einfach weg geschoben?
Ja, ein großer Teil der Menschen hat dies getan. Doch es gab seit mindestens 20 Jahren klare Konzepte zum Umstieg auf alternative Energien. „Nur eine Weltwirtschaft, die auf erneuerbaren Energien fußt, kann langfristig die Selbstzerstörung aller Wirtschaft- und Lebensformen verhindern“, so Hermann Scheer schon vor vielen Jahren. Er und viele von jenen, die diese Grundsätze verfolgten, wurden als Utopisten verunglimpft. Heute nun scheint eine Mehrheit zum Wandel bereit zu sein. Doch schauen wir genau hin. So werden bereits Pläne geschmiedet, die in die Irre führen werden. Unter der Regie der großen Energiekonzerne werden zentralistische Modelle entwickelt, die letztlich allein dazu dienen, die Existenz dieser Energiemonopolisten zu sichern. Notwendig aber sind dezentrale Projekte, in denen sich Bürger zusammenschließen und ihre eigene Stromerzeugung auf der Basis erneuerbarer Energien schaffen. Dazu kann es Bürgergenossenschaften oder Initiativen von Stadtwerken geben, in die dann Bürger investieren.
Hermann Scheer hat vor Jahren das sehr erfolgreiche „100.000 Dächer-Programm“ entworfen und mit dem EEG den entscheidenden Schritt in ein solares Zeitalter gesetzt. Wie wäre es, wenn wir in Waiblingen ein „1.000 Dächer-Programm“ gemeinsam entwickeln. Wohn- und Gewerbegebäude könnten uns längst die notwendigen Flächen dazu geben. Dazu noch Projekte auf der Basis von Biomasse, BHKW und thermischer Solaranlagen, und wir schaffen die Energiewende aus eigener Kraft.
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Klaus Riedel