In der nächsten Woche wird der Gemeinderat einschneidende Änderungen der Waiblinger Schullandschaft auf den Weg bringen. Mit entsprechenden Anträgen an das Land soll die Umwandlung der Friedensschule sowie der Staufer- und der Salier- Grund- und Werkrealschule in Gemeinschaftsschulen ermöglicht werden. Diese drei Schulen haben sich in einem intensiven, sowohl schulintern als auch mit dem Schulträger geführten Diskussionsprozess dafür entschieden, die von der Landesregierung gebotene Chance zu nutzen und sich neu aufzustellen.
In umfangreichen und inhaltlich beeindruckenden Vorlagen haben sie ihre pädagogischen Konzepte dargestellt und aufgezeigt, wie sie sich die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes und den Umgang mit heterogenen Lerngruppen vorstellen. Bei der Lektüre wird schnell deutlich, wie vielfältig und qualifiziert diese Schulen auch bisher schon gearbeitet und damit die Grundlagen für ein neues Kapitel ihrer Entwicklung gelegt haben.
Alle Eltern, Lehrkräfte und an einer optimalen Bildung unserer Kinder Interessierten, denen die frühe Sortierung der Schüler nach vermeintlich feststehenden Begabungen schon lange ein Dorn im Auge war, können nun aufatmen. Mit der Gemeinschaftsschule fällt dieser unselige Druck weg. Die soziale Herkunft wird für den Bildungsgang der SchülerInnen nicht mehr die Bedeutung wie früher haben. Schulen, die diesen Weg beschreiten, fragen nicht mehr, ob ein Kind bzw. Jugendlicher zu ihnen passt, sondern wie sie es anstellen müssen, dass sie allen ihren Schülern gerecht werden.
Ich hoffe nun, dass alle Anträge vom Kultusministerium genehmigt werden und es den mutigen Schulen gelingt, in den kommenden Jahren den Anspruch der Gemeinschaftsschule einzulösen, eine Schule für alle Kinder zu sein. Schade nur, dass wir aufgrund des starren Festhaltens der alten Landesregierung an einer überholten Dreigliedrigkeit viel Zeit verloren haben!