Maultaschenessen mit Nils Opitz-Leifheit: AWO ein wirklich sozialdemokratischer Verein

Veröffentlicht am 13.03.2018 in Pressemitteilungen

Als wirklich soziale und demokratische Organisation hat Nils Opitz-Leifheit, Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, beim Maultaschenessen der Waiblinger SPD am 10. März 2018, seinen Wohlfahrtsverband vorgestellt. Im Gegensatz zu den anderen Wohlfahrtsverbänden ist die AWO nicht als Unternehmen von oben organisiert, sondern als demokratischer Verein, bei dem die Mitglieder die Entscheidungen fällen und der den Mitgliedern gehört. Sie ist genauso organisiert, wie die SPD: Auf kommunaler Ebene gibt es Ortsvereine, die Delegierte für die Kreisverbände wählen. Dann folgen die Bezirksverbände und schließlich der Bundesverband. Das ist kein Zufall. Die AWO war ursprünglich eine Arbeitsgemeinschaft der SPD, so wie heute noch die Jusos, die Arbeitsgemeinschaft für Kommunalpolitik und viele andere. Die Verantwortlichen in der AWO sind Ehrenamtliche und Mitglieder des Vereins und zugleich die Vorgesetzten der hauptamtlichen Geschäftsführer. Nils Opitz-Leifheit, der auch Mitglied der Waiblinger SPD ist, ist neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landtagsfraktion für die AWO ehrenamtlich aktiv.

Die Arbeiterwohlfahrt wurde auf dem SPD-Reichsparteitag in Görlitz 1919 auf Initiative von Marie Juchacz gegründet. Die AWO ist damit 99 Jahre alt und steht vor einem großen Jubiläumsjahr. In der Weimarer Republik gingen zum Beispiel das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz und die Fürsorge-verordnung auf ihre sehr modernen Konzepte zurück. Die Nazis setzten diese Gesetze dann auch sofort außer Kraft und verboten die AWO. Dem Vorstand gelang es noch, einiges Vermögen ins Ausland zu schaffen. Die Kommunisten der SED erlaubten nicht, dass sich in der DDR eine AWO gründen durfte, so dass sie dort ihre Arbeit erst wieder 1990 aufnehmen konnte. Im Westen wurde sie von Heinrich Albertz und Lotte Lemke wiedergegründet und die Gesetze aus der Weimarer Republik wurden zur Grundlage der ersten Wohlfahrtsgesetze der Bundesrepublik.

Die Arbeit der AWO beruht auf fünf Grundwerten: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz. Zum 100jährigen Bestehen 2019 wird sie sich ein neues Grundsatzprogramm geben. Wie alle Grundsatzprogramme davor wird es beschreiben, was diese Werte für die aktuelle Entwicklungen, wie Pflegeroboter bedeuten. Es wird diese Werte aber nicht antasten – wie alle bisherigen Programme auch. Nils Opitz-Leifheit betonte, dass der Verband stolz darauf ist, die Menschen, die er betreut und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer menschlich und faier behandelt zu haben. In den 1920er Jahren waren die AWO-Heime die ersten, die Jugendliche nicht mehr weggesperrt haben. Und in den 1970er Jahren bekamen alle Bewohner in Altenheimen als erste einen Haustürschlüssel. Vorher war es üblich, dass sie sich bei einem Pförtner melden mussten. Außerdem ist die Organisation sehr stolz darauf, dass sie alle Mitarbeiter nach Tarif bezahlt und dass sie keine Fremdfirmen beschäftigt. Trotzdem schreibt sie schwarze Zahlen, weil sie keinen Gewinn machen muss. Mit 225000 Beschäftigten hat sie mehr Mitabeiter, als so mancher DAX-Konzern. Doch weil ihre Migtlieder nur anderen helfen wollen, ist sie damit zufrieden, nicht in der Wirtschaftspresse im Mittelpunkt zu stehen.

Die AWO war auch immer der politischste Verband der „Spitzenverbände der Freien Wohlfartspflege“, erklärte Nils Opitz-Leifheit. Neben der AWO gehören dazu die Diakonie, die Caritas, das Rote Kreuz, der Paritätische Wohlfahrtsverband (als Dachorganisation der kleineren Verbände) und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden gehören. Diese Verbände werden von der Bundesregierung zu allen Gesetzen im Wohlfahrtsbereich angefragt und die Stellungnahmen der AWO sind immer am umfangreichsten. So beruht die Pflegeversicherung, die Norbert Blüm eingeführt, auf dem Konzept der Arbeiterwohlfahrt. Das lag nicht unbedingt an politischer Sympathie, sondern daran, dass die Mitglieder der AWO die Probleme mit der Pflege  genauer kannten, als die eher zentralistisch organisierten Konkurrenten.

Die AWO hat im Rems-Murr-Kreis rund 1300 Mitglieder, die in neun Ortsvereinen organisiert sind. Sie unterhalten fünf Kindergärten und zwei Seniorenheime. Zu den Aufgaben gehören Kinderbetreuung, Krankenpflege, Betreuung von Senioren, Hilfe für Flüchtlinge und Obdachlose, Schwangerschaftsberatung, Hospitzarbeit sowie Tafelläden und sogenannte Kapp-Läden, in denen Menschen beschäftigt sind, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Der Grundsatz ist immer, Menschen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können, ihnen eine Stimme zu geben und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Bundesweit gibt es außerdem das Jugendwerk der AWO, das der größte Anbieter von Jugendreisen in Deutschland ist. Auch diese Jugendlichen sind Mitglieder mit Stimmrecht und – wie bei den Jusos in der SPD – stehen sie politisch links von der Hauptorganisation. Seit 25 Jahren engagiert sich AWO International über die Landesgrenzen hinaus und beteiligt sich an der internationalen Katastrophenhilfe. Die Organisation leistete zum Beispiel Hilfe nach dem Tsunami in Asien oder nach den Erdbeben in Haiti und Nepal. Zur Zeit betreibt sie eine Schule im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien.

Mit einem Blumenstock bedankte sich die Ortsvereinsvorsitzende Agnes Gabriel bei Nils Opitz-Leifheit für seinen interessanten Vortrag. Sie erklärte, dass sich der Vorstand in diesem Jahr für das Maultaschenessen – bei dem es nicht um Tagespolitik, sondern um grundlegende Perspektiven geht – bewusst für einen Redner aus dem eigenen Ortsverein entschieden hatte. So konnte der Vorstand sicher sein, dass er nicht wegen den Koalitionsverhandlungen absagen muss. Es habe sich aber gezeigt, dass man für so einen Anlass öfter an Leute aus den eigenen Reihen denken sollte, denn vieles war auch für Mitglieder neu, die selbst auch Mitglied bei der AWO sind. Sie verwies auf eine AWO-Broschüre, in der auf orignelle Weise auf Gemeinsamkeiten in den unterschiedlichen Kulturen aufmerksam gemacht wird. Darin werden mit verschiedenen Sprichwörtern gleiche Lebenserfahrungen ausgdrückt: Das Deutsche „Eile mit Weile“ heißt in England „Hast verursacht Müll“ („Haste makes waste“), im Spanischen „Ich ziehe mich langsam an, weil ich es eilig habe“ und in Japan „Wenn du es eilig hast, mache einen Umweg“.

 

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