SPD Waiblingen

Ausweitung der Privatversicherungen zu Lasten der gesetzlichen solidarischen Sozialversicherungen

Veröffentlicht am 02.06.2024 in Allgemein

Leserbrief in der WKZ von unserem SPD-Kandidaten Dieter Knauss:

Eine Ausweitung der Privatversicherungen zu Lasten der gesetzlichen solidarischen Sozialversicherungen ist weder sozial noch human. Schon jetzt können bisherige Normalverdienende es kaum stemmen, ein Jahr Pflege zu finanzieren.

In der WKZ vom 29.05.2024 wird der Sozialexperte Bernd Raffelhüschen mit der Forderung zitiert: „Eine Pflege-Karenzzeit sollte schnellstmöglich eingeführt werden. Pflegebedürftige müssten dann das erste Jahr die Pflegekosten selbst zahlen.“  Bernd Raffelhüschen (nebenbei Professor für Finanzwirtschaft und Lobbyist für die Versicherungswirtschaft) scheint wenig über die Realität der heute schon bestehenden Kostenbelastung für Familien mit Menschen in Pflegeheimen zu wissen. Die Eigenbeteiligung - ohne prozentualen Leistungszuschlag zum pflegebedingten Eigenanteil - beträgt in Baden-Württemberg 2.845 Euro. Schon das ist für viele nicht zu stemmen. Ein Jahr lang die ganze Pflege zu finanzieren, ist für bisherige Normalverdiener nicht möglich. Diese bezahlen monatlich Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung – auch als Rentner. Beamte wie der Professor erhalten ...

...dagegen vom Staat (also auch von uns Normalverdienern) eine Beihilfe. Über diese bezuschusst der Staat die Kosten für Krankheit, Pflege und Geburten bei Beamten und ihren Angehörigen. Deshalb kommt die Beihilfe im Pflegefall für einen Teil der Pflegekosten auf.
Als Lobbyist der Versicherungswirtschaft setzt sich Raffelhüschen für eine Ausweitung der Privatversicherungen zu Lasten der gesetzlichen solidarischen Sozialversicherungen ein. Seine Forderung ist weder sozial noch human. Vermutlich hat er aber schon ein Modell, wie sein Pflege-Karenzjahr durch eine dann notwendige zusätzliche private Pflegeversicherung abgedeckt werden könnte.