Weiter Gesprächsbedarf zur Fonackerstraße

Veröffentlicht am 12.04.2021 in Ortsverein

Schon im Januar diesen Jahres hat die Waiblinger SPD einen Stammtisch zur Fronackerstraße veranstaltet. Inzwischen hat der Gemeinderat die Bürgerbeteiligung zu diesem Thema gestartet. Doch noch immer besteht erheblicher Gesprächsbedarf. Darum hat der Waiblinger SPD-Ortsverein am Donnerstag, 8. April 2021 einen weitern Online-Stammtisch zu diesem Thema angeboten. Der Waiblinger Ortschaftsrat, Stadtrat und Kandidat für die Bundestagswahl, Urs Abelein, moderierte das Gespräch.
 

Zuerst beschäftigte sich die Runde mit dem Verkehr. Der frühere Ortsvereinsvorsitzende Jörg Buchholz hat ein Konzept für die Fronackerstraße ausgearbeitet, dass er auch bei der Bürgerbeteiligung einbringen wird. Es hat die Beteiligung auch beantragt. Sein Konzept sieht vor, dass die Schrägparkplätze verschwinden und nur noch in den zahlreichen Tiefgaragen geparkt werden darf. Durch die ausfahrenden Autos kam es schon zu zahlreichen Unfällen, bei denen auch Radfahrer verletzt wurden. An der Stelle der Parkplätze sollen Radwege und Fußgängersteige entstehen. Der Bus soll wieder durch die untere Fronackerstraße fahren und dort an zwei Stellen halten: In der Höhe des neuen Hotels und in der Höhe Blumen-Winkler. Außerdem schlägt er vor, die Straße nachts für den Autoverkehr zu sperren.

Dieter Knauss hatte beobachtet, dass in der Straße viele Tiefgaragen leer stehen. Darum können seiner Meinung nach tatsächlich viele Parkplätze entlang der Straße wegfallen. Die Fläche für die Außenbewirtschaftung könne kleiner werden, ohne das viele Sitzplätze wegfallen. Der Platz vor dem ADAC ist inzwischen sinnlos. Erst wenn die Busse wieder dort halten, kann er wieder seinen Zweck erfüllen. Schon wegen der zahlreichen Arztpraxen ist die Busverbindung dort notwendig. Er schlägt auch vor, die Bushaltestellen vor dem ehemaligen Notariat etwas in Richtung Bahnhof zu verlegen.

Der Waiblinger Fraktionsvorsitzende Roland Wied schlug eine Teilung der Fronackerstraße in zwei Sackgassen vor. Alle könnten weiter die Tiefgaragen und die Geschäft erreichen. Es wäre aber kein Durchgangsverkehr mehr möglich.

Eine Anwohnerin erinnerte daran, dass die Stadt ursprünglich versprochen hatte, dass der Bus wieder durch die untere Fronackerstraße fährt, sobald das Hotel fertig ist. Sie betonte, dass es auf jeden Fall weiterhin oberirdische Behindertenparkplätze geben müsse. Sie schlug ein Einbahnstraßensystem in der unteren Fronacker- und Bahnhofstraße vor.

Herr Sauter sprach für den Bund der Selbstständigen. Er hielt es notwendig, dass die oberen Parkplätze erhalten werden, sah aber auch großen Handlungsbedarf für eine Verkehrsberuhigung. Ein Einbahnstraßenring sei vielleicht tatsächlich eine Möglichkeit. Er müsse aber zuerst durch Straßenmarkierungen ohne große bauliche Veränderungen getestet werden.

Urs Abelein fasste die Beiträge für das Thema Verkehr zusammen:
Alle sprachen sich für eine Verkehrsberuhigung aus.
Auch für den Bus an dieser Stelle waren alle.
Eine Mehrheit wollte die Parkplätze streichen.
Auch für Radwege und mehr Platz für Fußfänger hatte sich eine Mehrheit gefunden.
Dem Einbahnstraßenring hatte niemand widersprochen.
Eine Fußgängerzone wollte niemand haben.

Im zweiten Teil diskutierte die Runde, ob sie an der Stelle der ehemaligen Tankstelle ein Ärztehaus haben will. Stadträtin Christel Unger sprach sich dafür aus. Sie hält den Standort wegen der Apotheke und den Praxen rundherum ideal. Sie glaubt nicht, dass so ein Haus zu mehr Verkehr führt und schlug eine Bushaltestelle direkt vor dem Haus vor.

Roland Wied fand den Standort im Zentrum richtig, sprach sich aber gegen eine Tiefgarage dort aus. Außerdem kann weder der Gemeinderat noch die Stadtverwaltung alleine über die Ansiedlung von Arztpraxen entscheiden. Dafür gibt es komplizierte Entscheidungsprozesse und Quoten. Darum muss im Vorfeld mit den Kassenärztlichen Vereinigungen gesprochen werden.

Teresa Santamaria war nur für ein Ärztehaus, wenn dadurch nicht irgendwo anders Praxen geschlossen werden - zum Beispiel in den Ortschaften. Jörg Buchholz mahnte, dass für Waiblingen nicht gewonnen ist, wenn sich in einem solchen Haus nur Privatpraxen befinden.

Charly Bickel schlug vor, bei der Planung auch den Stadtgraben im Blick zu behalten. Auch dort gibt es Probleme, die vielleicht mit gelöst werden können.

Der CDU-Stadtrat Ingo von Pollern erklärte, dass seine Fraktion eine Tiefgarage für notwendig hält, weil sie befürchten, dass dort sonst keine Ärzte kommen würden. Die Anregung von Charly Bickel, den Standort gemeinsam mit dem Stadtgraben zu planen, fand er interessant.

Urs Abelein fasste zusammen: Niemand hatte sich gegen ein Ärztehaus an der Stelle ausgesprochen. Aber vor näheren Planungen muss sich der Gemeinderat bei den Ärzten über die Bedingungen informieren.